Intention
Eine Festplatte (Western Digital WD20EADS 2TB Caviar Green) in einem USB-Gehäuse verbaut war plötzlich nicht mehr ansprechbar. Windows schlug bei Verbindung mit der Festplatte vor, diese neu zu formatieren. Die Festplatte wurde aus dem USB-Ghäuse ausgebaut und der SATA nach USB-Wandler ausgebaut. Beim Einbau in einen Computer war ebenfalls kein Zugriff auf die Platte möglich.
Erfolgreiche Datenrettung
Warnung bei Windows 8
Bei Windows 8 muss der Schnellstart deaktiviert werden, der Standardmässig aktiv ist! Siehe auch hier.
Welche Software enthält Hirens BootCD
Unter der Adresse Seite hirensbootcd.org kann das Image geladen werden. Hiren’s BootCD zeichnet sich dadurch aus, dass sie alle Tools für eine Systemrettung an Board hat. Die Tools verteilen sich auf folgende Bereiche:
- Antivirus Tools
- Backup Tools
- BIOS / CMOS Tools
- Browsers / File Managers
- Cleaners
- Device Driver Tools
- Editors / Viewers
- FileSystems Tools
- Hard Disk Tools
- MBR (Master Boot Record) Tools
- Ms Dos Tools
- Network Tools
- Optimizers
- Partition Tools
- Password/Key Tools
- Process Tools
- Recovery Tools
- Registry Tools
- Remote Control Tools
- Security / Encryption Tools
- Startup Tools
- System Information Tools
- Testing Tools
- Tweakers
Eine komplette Liste der Software gibt es hier.

Das Image unterstützt sowohl das Booten von USB-Sticks und von CD. Auch ein direktes Ausführen der Programme unter Linux und Windows ist möglich. Auf der CD ist sowohl ein Minix-Windows (Windows PE) als auch eine schicke Linux-Distribution enthalten (Parted Magic). Das System ist insbesondere auf Windowssysteme spezialisiert und kann dort Passwörter zurücksetzen, lesend und schreibend auf NTFS zugreifen und bietet viele Tools an um Probleme mit einem Windowssystem zu lösen. Hiren’s Image bietet 4 bis 6 mal soviele Tools an wie andere bekannte Images für die Datenrettung wie Knoppix oder Bart PE.
Erstellung einer Hiren’s BootCD
Nach dem entpacken sollten folgende Dateien vorhanden sein (Version 15.2)

Ein Klick auf “BurnToCD.cmd” brennt das Image selbständig auf eine leere CD (DVDs werden nicht unterstützt).

Booten von CD bis zur graphischen Benutzeroberfläche
Wir wählen zunächst “Linux based rescue environment” aus.
und gehen dann auf “Start”. Hier wird min. 1GB RAM vorausgesetzt, da das Linux-System komplett in den Arbeitsspeicher geladen wird.
Einstellung des deutschen Zeichensatzes
In der Konsole kann einfach der Befehl “setxkbmap de” eingegeben werden oder aber graphisch:
Das Menü “Desktop Settings”->”Keyboard Layout” auswählen.“
“de-latin1 qwertz” auswählen und nach ok
“de” auswählen und unten bestätigen.
Und nun für die nicht X-Programme ebenfalls de-latin1 auswählen. Das war es schon!
Netzwerk einrichten
Im Menü “Networking”->”Start Network” auswählen”

In der nun folgenden Auswahlliste wird meistens der obere Eintrag passen. Aber wireless oder DSL wird auch unterstützt. Ich wähle hier “wired network via DHCP” aus.
Im nächsten Schritt muss die entsprechende Hardware ausgewählt werden. Das wars schon!
Netzlaufwerk einbinden
Der Menüpunkt “Networking”->”Network Neighborhood” ist für Windowsfreigaben zustaändig. FTP wird ebenfalls unterstützt. Ich möchte hier die profesionellere Methode verwenden: Einbinden von Laufwerken per ssh.
Dazu wählen wir “Networking”->”SSHFS” aus
In dem folgenden Menü gehen wir unten links auf “Add”.
Hier müssen wir nun alle Daten des Servers eintragen und unten mit “Connect” bestätigen.
Den Schlüssel mit “Yes” bestätigen und das Passwort eingeben. Das wars!

Überblick verschaffen
Mit dem Programm “Disk Health” kann der SMART-Status der Festplatte ausgelesen werden (zu finden unter “System Tools” -> “Disk Health”).

Das Laufwerk auswählen und schon kommt eine Übersichtsseite mit den entsprechenden Werten. Ob bei dieser Festplatte noch etwas zu retten ist? Die Werte lassen Zweifel aufkommen. Wie auch immer, die Festplatte hat einen eindeutigen Hardweareschaden und ist nach der Rettung zu zerstören.

Datenrettung mit TestDisk
Unter “System Tools” -> “TestDisk” wird das Programm aufgerufen
Zum erfolgreichen arbeiten braucht Testdisk Logfiles, die wir jetzt mit “CREATE” anlegen.

Dann die entsprechende Festplatte auswählen
Dann angeben, aus welchen Typ von Rechner die Platte ist. Hier wird wohl meistens Intel ausgewählt.
“TestDisk” analisiert als erstes die Struktur der Festplatte mit Hilfe des Punktes “Analyse”.

Dann die Partition auswählen und mit “Proceed” weiter und auf der nächsten Seite “Quick Search” auswählen. Mit “Enter” kommt man auf die nächste Seite.
Achtung: Wenn eine sinnvolle Partition gefunden worden ist (wie hier), nicht(!) mit Return weiter und “Deeper Search” ausführen. Das Programm ist extrem stressig für eine vorgeschädigte Platte und dauert lange. Ein Test bei dieser Platte dauerte über 48 Stunden. Erst alle erreichbaren Daten sichern!!! Danach kann der Punkt dann aufgerufen werden.
Also “Quit” auswählen (“Write” nur wählen, wenn etwas manuell verändert worden ist). War hier nicht nötig.
Der nächste Punkt lautet “Advanced”
Oben die Partition auswählen und unten auf “List” gehen um eine Übersicht der vorhandenenen Dateien zu bekommen.
Möglichst nie auf eine zu rettende Fetplatte schreibend zugreifen! Deshalb kopieren wir was wir bekommen können. Mit “A” makieren wir alle Verzeichnisse. Mit “C” kopieren wir alle Dateien.
Auf dem folgenden Bildschirm wählen wir unser Netzlaufwerk etc. aus und bestätigen mit “C”. Schon kopiert “TestDisk” die Daten. Dieser Vorgang kann länger dauern und sollte nicht unterbrochen werden.
Alle Daten konnten gerettet werden.
Löschen der Festplatte
“System Tools” -> “Erase Disk”
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